Das sind wir

Tanja Böhning und Andreas Gminder

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Mykologischer Werdegang (Andreas)

Mein erster Kontakt zur Pilzwelt außerhalb des 20-Arten-Repertoirs begann 1989, als ich durch einen Zufall mit Peter Reil und infolgedessen mit dem Verein der Pilzfreunde Stuttgart in Kontakt kam. Der erste Besuch einer ihrer Monatsversammlungen weckte mein seit Kindertagen verschüttetes Interesse für Pilze. Die vielen dort gezeigten Pilze und ebenso die vielen Pilzkenner begeisterten mich derart, dass mich die Faszination Pilz bis heute nicht losgelassen hat.
Ein Jahr später, also 1990, legte ich die Pilzberaterprüfung nach DGfM-Norm in Hornberg ab, wurde DGfM-Mitglied und schrieb meinen ersten kleinen Fachartikel für die Südwestdeutsche Pilzrundschau (SPR). Ich begann ernsthaftere Pilzkunde zu betreiben, zunächst unter dem Einfluß von Walter Pätzold und seinen Kursen in Hornberg sowie von Dr. Hanna Maser, die mir die Wichtigkeit des Mikroskopierens einschärfte und vorlebte. Dem von Dr. Hans Haas abgesehen wohl wichtigsten meiner Lehrmeister begegnete ich erstmals 1991 auf einer Arbeitstagung der Pilzvereins in der Sonn-Hütte - Hans-Otto Baral. Ihm verdanke ich den Einstieg in die faszinierende Welt der kleinen Becherlinge.
Der Verein der Pilzfreunde spannte mich sogleich ins Schriftführer-Amt ein, das ich von 1991 bis zu meiner Umzug nach Jena 2003 innehatte. Ferner wirkte ich einige Jahre ab 1993 als Ko-Redakteur der SPR. Dank der immer enger werdenden Verbindung mit Dr. Hans Haas war mir nicht nur Zugang zum Herbar des Naturkundemuseums Stuttgart möglich, sondern auch die Ausleihe von Material aus anderen Herbarien. Dadurch konnte ein erster Fachbeitrag in der Zeitschrift für Mykologie entstehen, eine Monographie über die trockenstieligen Arten der Gattung Limacella.
In dieser Zeit begannen sich nach und nach meine Kartierungsaktivitäten zu intensivieren und der Kontakt zu German J. Krieglsteiner wuchs sich zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit aus, die ja dann in den Bänden der Großpilze Baden-Württembergs zum Ausdruck kam. Bald nahm die Kartierung und die damit zusammenhängende Dateneingabe den größten Teil der mykologisch nutzbaren Zeit ein, neben der Bearbeitung des Bannwaldes Sommerberg in den Jahren 1995-1998.
1998 wurde mir die Ehre zuteil, den Adalbert-Ricken-Preis der DGfM verliehen zu bekommen. Dass diese Auszeichnung mir einen zu dieser Zeit dringend benötigten Motivationsschub gab, werden die Verantwortlichen kaum gewußt haben. Seit 1999 bin ich als DGfM-Referent für Pilzberaterfortbildung bestellt und im selben Jahr trat ich auch die Nachfolge von Dr. Hans Haas als ehrenamtlicher Mitarbeiter des Naturkundemuseums Stuttgart im Bereich mykologisches Herbar an, die ich leider infolge meines Weggangs von Stuttgart nur knapp 4 Jahre ausüben konnte. Aufgrund des schmerzlichen Todes von G.J. Krieglsteiner 2001 liegt die Fortführung der Großpilzflora und die Kartierungs-Datenzentrale Baden-Württembergs nun in meinem Aufgabenbereich.
2003 trat ich nach meinem Umzug nach Jena der Thüringer Arbeitsgemeinschaft Mykologie (ThAM) bei und wurde dort als Beisitzer in den Vorstand aufgenommen. Seit dieser Zeit ist es mir auch aufgrund vermehrten Freizeit sowie verständnisvoller Lebensgefährtin vergönnt, nebenbei wieder meine Studien in der Gattung Mollisia aufzunehmen und weiterzuführen. Seit Oktober 2004 bin ich freiberuflich mit Pilzkursen, Vorträgen und Gutachtenerstellung tätig. 2007 erschien unser erstes Pilzbuch im KOSMOS-Verlag
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Publikationsliste

GMINDER, A. (1990): Pigmentverlust bei Hexenröhrlingen. Südwestdt. Pilzrundschau 26(2): 32-33.
GMINDER, A. (1991a): Ein interessanter Standort des Scharlachroten Kelchbecherlings (Sarcoscypha coccinea agg.). Südwestdt. Pilzrundschau 27(1): 1-2.
GMINDER, A. (1991b): Interessante Pilzfunde 1990. Südwestdt. Pilzrundschau 27(1): 6-10.
GMINDER, A., J. HÄFFNER & B. MAUER (1991): Zwei bemerkenswerte Ascomycetenfunde. Südwestdt. Pilzrundschau 27(2): 36-40.
GMINDER, A. (1992a): Interessante Pilzfunde (2) 1990/91. Südwestdt. Pilzrundschau 27(2): 14-19.
GMINDER, A. (1992b): Olivgelber Wurzelbecherling - Sowerbyella radiculata (Sow.: Fr.) Nannf.. Südwestdt. Pilzrundschau 28(2): 37-38.
GMINDER, A. & P. REIL (1992): Gattungsschlüssel Schnecklinge: Hygrophorus, Teil 1. Südwestdt. Pilzrundschau 28(2): 34-37.
GMINDER, A. (1993a): Über einige in Ostdeutschland zu erwartende Rißpilzarten. Myk. Mitt.bl. Halle 36(1): 25-30
GMINDER, A. (1993b): Materialy do znajomosci flory Ascomycetes Slaska i Tatr. Acta Mycologica 28(1): 49-52.
GMINDER, A. (1993c): Pilze der Missen bei Oberreichenbach (Landkreis Calw, Nordschwarzwald). Beih. Veröff. Naturschutz u. Landschaftspflege Bad.-Württ. 73: 507-518.
GMINDER, A. (1993d): Graddonia coracina (Bresadola) Dennis. Rheinland-Pfälz. Pilzjournal 3(2): 104-107.
GMINDER, A. & P. REIL (1993a): Gattungsschlüssel Schnecklinge: Hygrophorus, Teil 2. Südwestdt. Pilzrundschau 29(1): 10-13.
GMINDER, A. & P. REIL (1993b): Gattungsschlüssel Schnecklinge: Hygrophorus, Teil 3. Südwestdt. Pilzrundschau 29(2): 44-47.
SAUTER, U., A. GMINDER & G.J. KRIEGLSTEINER (1993): Guepiniopsis suecica, Lasiobolus macrotrichus und Trichoglossum octopartitum, drei in Deutschland seltene oder weithin übersehen Großpilzarten. Südwestdt. Pilzrundschau 29(1): 2-9.
GMINDER, A. (1994a): Die trockenstieligen Arten der Gattung Limacella in Europa. Z. Mykol. 60(2): 377-398.
GMINDER, A. (1994b): Boletus amarellus Quélet 1882. Beitr. Kenntn. Pilze Mitteleuropas IX: 31-34.
GMINDER, A. (1994c): Die Pilzflora im Landkreis Calw. Jahrbuch des Landkreises Calw 1994: 97-111.
GMINDER, A. & P. REIL (1994): Gattungsschlüssel Schnecklinge: Hygrophorus, Teil 4. Südwestdt. Pilzrundschau 30(1): 13-16.
GMINDER, A. (1995a): Fußballplatz: Standort seltener Pilzarten. Südwestdt. Pilzrundschau 31(2): 41-42.
GMINDER, A. (1995b): Vergleichende Arten-Tabelle Nr. 4: Stielporlinge (Polyporus). Südwestdt. Pilzrundschau 31(2): 44-45.
GMINDER, A. (1995c): Mollisia lividofusca (Fr.) Gillet: eine oft verkannte, leicht bestimmbare Art. Boletus 19(2): 48-53.
BARAL, H.O., A. GMINDER & M. SVRCEK (1995): Pubigera, a new genus for Ombrophila subvillosula Rehm. Doc. Myc. 98-100: 47-57.
GMINDER, A. (1996a): Flockenstieliger Hexen-Röhrling: Boletus erythropus Fr. 1818 oder Boletus luridiformis Rostk. 1844?. Südwestdt. Pilzrundschau 32(1): 14-16.
GMINDER, A. (1996b): Doppelgänger: Die Fleischroten Gallertbecherlinge: Ascocoryne sarcoides: Ascocoryne cylichnium. Südwestdt. Pilzrundschau 32(2): 46-47.
GMINDER, A. (1996c): Studien in der Gattung Mollisia s.l. I. Z. Mykol. 62(2): 181-194.
GMINDER, A. & M. ENDERLE (1996): Zur Variabilität von Entoloma lepidissimum (Svrcek) Noordeloos. Beitr. Kenntn. Pilze Mitteleuropas X: 59-64.
BOLLMANN, A. & A. GMINDER (1996): Cortinarius delaportei Henry: neu für Deutschland. Z. Mykol. 62(1): 13-18.
GMINDER, A. (1998a): Eine Pilzgesellschaft bachbegleitender Pestwurzbestände. Boletus 22(2): 121-128.
GMINDER, A. (1998b): Die Mäandertrüffel (Choiromyces maeandriformis Vittadini). Südwestdt. Pilzrundschau 34(1): 12-13.
REDEUILH, G. (1998): Namen, die sich nicht mehr ändern! Nomenklatorische Bemerkungen zur Konservierung von Artnamen. Z. Mykol. 64(1): 9-16 (Übersetzung durch A. GMINDER)
GMINDER, A. (1999a): Beiträge zur Kenntnis der Lepiotaceae in Baden-Württemberg, I. Lepiota subsekt. Helveolinae M. Bon & Boiffard und L. brunneoincarnata Chodat & Martin. Beitr. Kenntn. Pilze Mitteleuropas XII: 63-74.
GMINDER, A. (1999b): Le specie di Boleti rare o problematiche del Sud-Ovest della Germania ed alcune annotazioni sulla loro distribuzione e la loro ecologia. Pagine di Micologia 12: 19-25 und 35-36.
GMINDER, A. & H. SCHWÖBEL (1999): Cortinarius fragrantior: eine kaum bekannte Art aus der Sektion Duracini. 30(1): 13-16. Beih. Z. Mykol. 9: 91-96.
GMINDER, A. (2000): Boletales. In KRIEGLSTEINER (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 2.
TULLOSS, R. & A. GMINDER (2000): Amanita lactea: stato attuale delle conoscenze su una specie relativamente isolata della sezione Vaginatae. Boll. Gr. Mic. Bres. 43(2): 279-285.
GMINDER, A. (2001a): Tricholomataceae: Armillaria, Arrhenia, Chrysomphalina, Clitocybe, Cystoderma, Gamundia, Haasiella, Hygrophoropsis, Lepista, Omphalina, Ossicaulis, Phaeolepiota, Phytoconis, Pseudoclitocybe, Pseudoomphalina, Rickenella, Ripartites, Squamanita. In KRIEGLSTEINER (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 3.
GMINDER, A. (2001b): Psilocybe azurescens Stamets & Gartz. Erste Freilandfunde in Europa. Südwestdt. Pilzrundschau 37(2): 29-32.
GMINDER, A. (2003): Lepiotaceae, Bolbitiaceae, Strophariaceae. In KRIEGLSTEINER (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 4.
GMINDER, A. & G.J. KRIEGLSTEINER (2003): Crepidotaceae. In KRIEGLSTEINER (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 4.
GMINDER, A. (2005): Düsterer Weichritterling - Melanoleuca tristis Moser. Südwestdt. Pilzrundschau 41(1): 2-5.
GMINDER, A. (2005): Erstfunde von Hydropus fluvialis, Lactocollybia cycadicola und Mycena neospeirea in Deutschland, sowie weitere interessante Funde aus den Tropenhäusern des Botanischen Gartens von Jena (Thüringen). Boletus 28(1): 1-17.
GMINDER, A. (2006): Pyrenopeziza baraliana spec. nov., eine neue Art von Pestwurz-Blattstielen. Z. Mykol. 72(1): 47-52.
GMINDER, A. (2006): Studies in the genus Mollisia s.l. II: Revision of some species of Mollisia and Tapesia decribed by J. Velenovský (part 1). Czech Mycology 58(1-2): 125-148.
GMINDER, A. (2007): Zwei interessante Arten aus den Tropenhäusern des Botanischen Gartens München. Mycologia Bavarica 9: 43-48.
GMINDER, A. & T. BÖHNING (2007): Welcher Pilz ist das? 320 S., Kosmos-Verlag Stuttgart.
GMINDER, A. (2008): Handbuch für Pilzsammler. 400 S., Kosmos-Verlag Stuttgart.
NOORDELOOS, M.E., D. CO-DAVID & A. GMINDER (2010): Clitopilus byssisedoides, a new species from a hothouse in Germany. Mycotaxon XXX (in prep.)

Neubeschreibungen

Clitopilus byssisedoidesGminder, Noordeloos & Co-David 2010
Entoloma lepidissimum var. pauciangulatum Gminder & Enderle 1996
Hydropus collybioides Gminder 2007, in prep.
Hydropus longicystidiatus Gminder 2007, in prep.
Inocybe calospora var. odorata Gminder 1998
Mollisia lothariana Gminder 2006
Mollisia velenovskyi Gminder 2006
Pubigera Baral, Gminder & Svrcek 1995
Pyrenopeziza baraliana Gminder 2006
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